CHRONIK

der Schützengesellschaft 1868 e.V. Bad Berneck i.F.

 

Der Anfang:

Über die Anfänge des Schützenlebens in Bad Berneck hüllt sich der Schleier des Vergessens. Die Anfänge dürften wohl in den Bürgerwehren zu suchen sein wie in der Stadtchronik ausführlich beschrieben ist. Bereits im Jahr 1822 belegt eine Urkunde in Berneck ein „bürgerliches Schießen“. In dieser Urkunde wird allerdings noch nicht von der Schützengilde selbst gesprochen.

Als Gründungsjahr für die Schützengesellschaft in Berneck gibt eine andere Urkunde das Jahr 1829 an. Dieser Verein bestand damals aus 27 Mitgliedern und die Vereinssatzung fußte auf der altbayerischen Schützenordnung von 1796.

Über das weitere Leben dieser Schützengesellschaft wird erst wieder ab dem Jahr 1856 berichtet.

Erste Schützenfeste

Es wurden jeweils Anträge gestellt, das „diesjährige Scheiben- und Sternschießen auf dem sogenannten Anger abzuhalten...“ Diese Hauptschießen wurden von einem Schützenzug, begleitet vom klingenden Spiel einer Kapelle, eingeleitet, der sich vom Marktplatz zum Anger und abends wieder zurückbewegte. Das ganze Schauspiel wiederholte sich am Sonntag.

Die Urkunden im Staatsarchiv lassen erkennen, daß diese Hauptschießen nicht nur für die Schützen selbst, sondern für alle Bernecker im Jahresverlauf ein großes Fest darstellten.

Vorläufiges Ende

Zum Ende des Jahrhunderts kam das aktive Leben der Schützengesellschaft zum Erliegen. Dafür kann man wirtschaftliche Gründe anführen, vor allem aber den Bau der Eisenbahnlinie Berneck - Goldmühl, deren Weg den Schußbereich der alten Schießanlage durchschnitt.

Deshalb beschloß die Generalversammlung das Schießhaus an die Stadt Berneck für 500,- Mark zu verkaufen. Eine zünftige Landauerpartie nach Kulmbach und zurück beschloß das Leben dieser Gesellschaft.

Wiederanfang

In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg baute sich die Einwohnerwehr auf dem städtischen Grund am Heinersreuther Weg einen neuen Schießstand.

Nach der Auflösung der Wehr wurde 1922 die Schützengesellschaft 1868 Berneck neu gegründet, die ganz bewußt die Tradition der alten - aufgelösten - Gesellschaft übernahm. Dieses Unterfangen wurde wesentlich dadurch gefördert, daß die vorhandene Schießstätte übernommen werden konnte.

Unter diesen Umständen entwickelte sich ein reger Schießbetrieb, der wiederum einen starken Mitgliederzuwachs zur Folge hatte.

Erstes Strohschießen

Das erste Strohschießen, ein Wettbewerb der so recht in die Faschingszeit paßt, wurde im Jahre 1926 durchgeführt. Zum Strohkönig wurde dabei derjenige Schütze dem es gelingt die niedrigste Ringzahl zu erreichen. Als äußeres Zeichen erhielt er eine Strohkette.

Silberne Königskette

Seit Anfang der Gesellschaft gab es einen Schützenkönig.

Als äußeres Zeichen dieser besonderen Ehre wurde nach einer Sammlung 1927 aus 135 Silberstücken die Schützenkette geschaffen.

Trotz aller Widrigkeiten der späteren Kriegs - und Nachkriegsjahre konnte die Kette erhalten bleiben, 1967 sogar nochmals erweitert werden. Seit 1981 wird die Kette jährlich durch den Schützenkönig um eine Münze erweitert, so, daß wir heute eine der schönsten Königsketten des Schützengaues haben.

Neues Schützenhaus u. 2.Weltkrieg bis 1949

Es gelang den Schützen, besonders gefördert durch den Ehrenschützenmeister Georg Pittroff 1934 auf dem Schießgelände ein eigenes Haus zu errichten.

Damit wurde ein echter Kristallisationspunkt geschaffen.

Am 16.April 1945 besetzten amerikanische Panzertruppen das Haus und die Aktivität der Schützengesellschaft mußte ruhen.

Neubeginn

Schon bald nach Kriegsende machten einige Mitglieder den Versuch die geschleifte Schießanlage wieder herzurichten.

Wenn es sich auch nur um ein Provisorium handeln konnte, so bestand doch Grund genug die Schützengesellschaft 1949 unter ihrem alten Namen wieder aufleben zu lassen.

Luftdruckwaffen

Das Luftgewehr wurde als Waffe 1952 eingeführt, womit auch in den stillen Wintermonaten eine Übungsmöglichkeit bestand. Geschossen wurde in Nebenräumen von Gaststätten in Bad Berneck.

Im Jahre 1961 konnte nach fünfjähriger Bauzeit, am Heinersreuther Weg ein moderner KK-Stand eingeweiht werden.

Daneben entstand im Jahr 1963 eine Luftgewehr-Schießanlage in den Kellerräumen des Städtischen Kurhauses. Damit wurde der Schießbetrieb fast völlig auf diese Waffe umgestellt.

100 Jahr Feier

Am 31.August 1968 feierte die Schützengesellschaft ihre 100jahres Feier, wobei sich der damalige 1. Schützenmeister Dr. Hans Wirth besonders im Erstellen der Chronik befleißigte. Dank seiner unermüdlichen Suche in den staatlichen Archiven konnte eine fast lückenlose Chronik erstellt werden, die bis heute immer wieder vervollständigt wird.

 

 

 

Kurhausumbau

Dank der großzügigen Planung des Stadtrates von Bad Berneck beim Umbau des Kurhauses konnte die Schützengesellschaft eine neue Schießanlage mit acht Schießständen und Aufenthaltsraum, das „Schützenstüberl“ ab März 1980 in Betrieb nehmen.

Nicht zuletzt durch mehrmaliges Renovieren nach Überschwemmungen ist er in seinem jetzigen Zustand einer der schönsten Schießstände im Umkreis.

Generationswechsel

Bei den Neuwahlen zur Jahreshauptversammlung am 26.März 1985 legte nach über 30jähriger Tätigkeit als 1.Vorstand Werner Koßmann sein Amt nieder.

Für diese lange ehrenamtliche Tätigkeit wurde er zum Ehrenvorstand ernannt.

Sein Nachfolger wurde Erwin Kurz der bis jetzt das Amt inne hat.

Fahnenweihe

Schon bald nach dem Generationswechsel wurde der Ruf nach einer eigenen Fahne laut. Durch die großzügige Spendenbereitschaft unserer traditionsbewussten Bürger ging der langersehnte Wunsch nach einer eigenen Schützenfahne schnell in Erfüllung. Schon am 22.Mai 1987 konnte das dreitägige Fest der Fahnenweihe mit einem Festkommers im Kurhaus beginnen. Der Höhepunkt war am Sonntag den 24.Mai 1987 in Form eines Festzuges durch Bad Berneck mit über fünfzig Vereinen und drei Kapellen erreicht.

KK-Stand

Nachdem der KK-Stand nur noch wenig genutzt wurde war er stark Reparaturbedürftig geworden. Nach vielen Sitzungen und Unterbrechungen wurde der Entschluß gefaßt den Stand total zu renovieren. Die hierbei erforderlichen Arbeiten wurden fast ausschließlich von Vereinsmitgliedern in Eigenleistung erbracht. Im Sommer 1994 konnte die Kleinkaliberschießanlage mit jetzt vier vollautomatischen Zuganlagen, in total neuem Zustand, mit einem Anschießen eröffnet werden. Bei der Neuanschaffung der Zuganlagen haben wir die Möglichkeit genutzt und zwei Pistolenstände intrigiert.

Neben dem KK-Stand wurde auch das Schützenhaus am Heinersreuther Weg teilrenoviert und mit neuen Fenstern versehen. Auch diese Arbeiten wurden fast alle von Vereinsmitgliedern ausgeführt.

2016 haben wir das Dach des Schießstandes einer Totalrenovierung unterzogen, es ist jetzt mit einer Holzschalung und Blech wetterfest gemacht.

2018 rüsteten wir einen 50 Meterstand auf vollelektronische Trefferanzeige um, was derzeit dem modernsten Stand der Technik entspricht.

Schießanlage im Kurhaus

Dank der Anschaffung von immer neuen Sportgeräten (Gewehre und Pistolen) kann jedes Vereinsmitglied mit besten Waffen und unter optimalen Bedingungen seinem Schießsport nachgehen.

 

 

Da auch beim Sportschießen die elektronische Zukunft nicht ausblieb haben wir uns 1997 eine elektronische Auswertmaschine gekauft. Die nächst Anschaffung war ein passender Computer mit Drucker. Von nun an konnten wir die beschossenen Papierstreifen elektronisch umsetzen und die Ergebnisse in Hundertstel Millimeter genau Ausdrucken. Ranglisten und Urkunden waren auch kein Problem mehr.

Da der Schießstand bald aus allen Nähten platzte, bauten wir 1999 wieder einmal um. Es wurde ein Schützenmeisterzimmer geschaffen, was nicht so einfach war, da eine neue Türe durch die Stahlbetonwand in den Schießstand eingebaut werden musste. Mit Hilfe der Stadt, die uns immer unterstützt hat, wurde auch dieses Problem gemeistert und wir erhielten einen schönen Raum wo wir  unsere ganze Technik und Sicherheit unterbringen konnten.

130 – Jahrfeier

1998 konnten wir das 130jährige Jubiläum unseres Vereins feiern. Auch zu diesem Jubiläum haben wir am Sonntag nach Himmelfahrt einen Festumzug organisiert, der mit über 60 Vereinen und 4 Musikkapellen ein voller Erfolg war.

 Höhepunkt der Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr war der von uns ausgerichtet und in Verbindung mit dem Schützengau organisierte 1.Gauschützenball. In allen Räumen des Kurhauses Bad Berneck das bis zum letzten Winkel besetzt war, wurde bis in den frühen Morgen gefeiert. Leider sind uns derartige Festlichkeiten durch den Wandel im Kurhaus nicht mehr möglich.

Jugendarbeit

Als rühriger und in der ganzen Region bekannter Verein hatten wir auch eine mitgliederstarke Jugendgruppe. Unser Ziel war es die Jugend nicht nur für den Sport sondern auch für die Gemeinschaft zu begeistern. Deshalb haben wir neben den Trainingseinheiten auch immer wieder gemeinschaftliche Kultur-  und Freizeitveranstaltungen durchgeführt. Höhepunkte waren hier die von uns organisierten Jugendzeltlager. Dies waren 19.. in Neubau, 19.. in Tennenlohe (Waldnaabtal), 19.. wieder in Neubau und 19.. am Rußweiher.

Mit der Schützenjugend aus Untersteinach/Ku. hatten wir ein enge freundschaftliche Beziehung. Die Preisverteilung von Vergleichsschießen haben wir immer mit einem kleinen Zeltlager verbunden.

In den Jahren nach 2000 hat der Schützengau noch einige Zeltlager durchgeführt an denen wir uns auch immer beteiligten.

Leider sind solche Unternehmungen derzeit aus Sicherheitsgründen nicht mehr durchführbar, jedoch ist eine gute Jugendarbeit für die Zukunft des Vereins immer enorm wichtig.

Vereinsausflüge

Neben kleineren, meist spontan ausgeführten Ausflügen waren die Höhepunkte in den 80ziger Jahren die von der Bundesbahn organisierten Städtereisen. Die Stadt Bad Berneck fuhr dreimal, natürlich waren auch die Schützen dabei.

Die Reisen gingen 1987 nach Passau mit einer Bootsfahrt und zollfreiem Einkauf, hier besonders der gute Krimsekt, was auf der Heimreise die Stimmung hob und den Zug bedenklich schwanken lies.

1988  war die schöne Stadt Heidelberg an der Reihe, auch diesen Ausflug haben wir bei Kaiserwetter genossen.

1989 war dann der letzte Ausflug nachdem der Bahnhof gesperrt wurde. Wir fuhren diesmal ins Gebirge zum schönen Königssee, was wieder ein unvergessliches Erlebnis war.

Bürgerschießen

1986 haben wir zum ersten Mal ein Bürgerschießen veranstaltet. Die Teilnahme war seinerzeit mit gerademal 40 Teilnehmern gering. Das sollte sich aber mit der Computerauswertung und dadurch sofortiger Bekanntgabe der Einzelergebnisse ändern. Nach zwei Jahren hatten wir bereits über 100 Teilnehmer, wobei auch schon damals jeder Teilnehmer einen Sachpreis erhielt. Für die drei erstbesten einzelnen Klassen gibt es Pokale.

Wir waren seinerzeit einer der ersten Vereine die Bürgerschießen in dieser Form abgehalten haben und der Erfolg gab uns recht.

Hauptschießen für Sportschützen haben wir nach unserem Schießen zum 130jährigen Jubiläum wieder ab 2011durchgeführt. Aufbauend auf die Erfahrungen des Bürgerschießens in der Einteilung aber nur mit Geldpreisen, wurden die Hauptschießen von Anfang an zu einem vollen Erfolg.

 

Elektronische Schießanlagen

Um auf dem neuesten Stand der Technik zu sein, haben wir 2009 den ersten elektronischen Stand, damals zur Probe von der Firma Mython getestet. Die Technik war auch seinerzeit schon führend, jedoch die Software ließ zu wünschen übrig. Deshalb haben wir als nächstes einen Stand von der Firma Disag ausprobiert und waren zufrieden. Dank der großzügigen Spendenbereitschaft Bad Bernecker Unternehmen und uns wohlgesonnenen Firmen aus der Umgebung konnten wir uns diesen Stand kaufen. Bis 2015 beschlossen wurde die ganze Anlage umzurüsten. Von den eingeholten Angeboten war die Firma Mython die günstigste was das Preis- Leistungsverhältnis betraf. Die Firma Mython hat aus ihren Fehlern gelernt und eine neue gute Software entwickelt. Da der notwendige Standumbau und der Einbau von nun 9 Anlagen 30`000,- € kostete mussten wir einen Kredit von 10`000,- € aufnehmen. Als Zuschuss bekamen wir 7300,- €. Ein Teil des Kredites ist schon wieder abbezahlt. In einem Kraftakt unserer aktiven Mitglieder wurde der Schießstand in der Winter Wettkampfpause renoviert und vorschriftsmäßig für die neuen Anlagen umgebaut. Nach der Fertigstellung konnte zum Wettkampfbeginn im Januar auf den neuen Ständen geschossen werden. Ein Stand ist auch für Lichtpunktschießen ausgelegt, sodass auch Kinder ab 6 Jahren dort gefahrlos Schießen können, was beim Bürgerschießen gerne angenommen wurde. Wie schön unsere Anlage ist wird uns auch bei den Hauptschießen, durch die teilnehmenden aktiven Schützen, immer wieder bestätigt

 

Sportliche Leistungen

Das die Bad Bernecker Schützen schon seit jeher sportlich erfolgreich waren zeigen uns beispielsweise die Urkunden für vordere Plätze bei den Bayerischen- und Deutschen Meisterschaften 1927 und 1928 im KK Schießen. Bei den in den 60er Jahren eingeführten Rundenwettkämpfen war unser Verein immer gut Aufgestellt. Nach dem Kurhausumbau 1980 ging es für uns, im seinerzeit, einem der schönsten Stände Oberfrankens, mit mehreren Mannschaften los. Die 1. Mannschaft war schnell in der Bezirksliga. Die bald folgenden 2., 3. und 4. Mannschaften waren in ihren Klassen immer gut vertreten. Als die erste

Mannschaft 2015 in die Oberfrankenliga aufstieg war die Freude groß und wurde nur noch übertroffen vom Aufstieg in die Bayernliga wo sie bis jetzt steht. Nur durch eine knappe Niederlage im Finalwettkampf  wurde der Aufstieg in die 2. Bundesliga vereitelt. Dieser Finalwettkampf 2018 fand schon zum Zweitemal in der Dreifachturnhalle in Bad Berneck statt. Für die nächsten fünf Jahre haben wir bereits die rechtlichen Genehmigungen für 30 Stände in der Halle. Dank der Unterstützung der Stadt konnten wir ausweichen, da unsere Schützenanlage im Kurhaus für solche Großveranstaltungen zu klein ist.

Durch die zahlreiche und erfolgreiche Teilnahme einzelner Schützeninnen und Schützen sowie Mannschaften an Bayerischen und Deutschen Meisterschaften, beweisen unsere aktiven Mitglieder ihren hohen Ausbildungsstand.

Als Ausnahmeschützin erwies sich unsere Nina-Laura Kreutzer als mehrfache Deutsche Meisterin und Europameisterin mit dem Luftgewehr und KK Gewehr wurde.

Die  Zukunft unseres Vereins wird sich auch durch die Veränderungen in und am Kurhaus, positiv entwickeln.

 

 

 

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       (Erwin Kurz , 1.Vorstand)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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